Wo Steine und Bilder Geschichten erzählen

Landkunststück

Wo Steine und Bilder Geschichten erzählen

Der Verein LANDKUNSTSTÜCK setzt mit Steinskulptur und Videoinstallation neue künstlerische Akzente auf den Bauernhöfen im OstseeFerienLand.

 

Ackerfurchen in einem Findling und wortgewaltige Bilder im Inneren eines Silos – mit diesen beiden unterschiedlichen Werken bereichert der Verein LANDKUNSTSTÜCK e.V. die Region um Grömitz nun um zwei weitere künstlerische Attraktionen.

Am Freitag, 14. September 2018 wurden die neuen LandKunstStücke in Anwesenheit der Künstler an zwei Standorten eingeweiht. Auf dem Hof Dammer in Cismar ist eine Steinskulptur des renommierten Bildhauers Ulrich Lindow aus Schobüll zu sehen. Sie liegt an einem Radweg am Kattenberger Schulweg. Der „Stein wie eine Landschaft“, so der Titel, spiegelt mit seiner Wellenform und den geschwungenen Furchen die landwirtschaftliche Arbeit in der hügeligen Endmoränenlandschaft rund um den Kattenberg wider. Im Anschluss an die Eröffnung fuhren die Gäste weiter zum Hof Körnick, wo der Videokünstler Jobst von Berg aus Böel sein Werk namens „Splitter“ präsentierte. Über das Jahr hat er sich mit seiner Kamera der Arbeit auf dem Hof genähert und die landwirtschaftliche Arbeitsweise so kritisch wie respektvoll begleitet. Das Ergebnis ist eine Videoinstallation über den Einzug der Technik auf den Feldern sowie in den Tierställen in Worten und Bildern, die den Betrachter anregen, gängige Klischees und das eigene Verbraucherverhalten zu überprüfen.

„An diesen beiden Orten stehen zwei spannungsgeladene Ausdrucksformen im Dialog miteinander. Einerseits die Steinskulptur von Ulrich Lindow, deren Bearbeitung an die über 35.000 Jahre alte Kunstform der Höhlengravur erinnert. Sie wirkt wie eine Signatur in der Landschaft und kommt damit dem, was Bauern tun sehr nahe“, erklärt Hans-Joachim Mocka, Künstlerischer Leiter von LANDKUNSTSTÜCK und führt weiter aus, „Diesem beinahe meditativ anmutenden Stein begegnet die zeitgemäße Technik, derer sich Jobst von Berg bedient, der mit seiner Videoinstallation ebenso erzählerisch wie hinterfragend agiert.“

Dass Künstler und Bauern miteinander in den Dialog treten und auch Verbraucher daran teilhaben lassen, ist eine neue Form des Austauschs. Die Flächengeber für die LandKunstStücke zeigten sich erfreut über die fruchtbare Zusammenarbeit mit den Künstlern. Hans-Wilhelm Meier von Hof Körnick schilderte, wie der Blick von außen seine Sicht auf seinen, mittlerweile von Heinrich Mougin aus Lenste bewirtschafteten, Betrieb verändert hat. Matthias Dammer vom Kattenberg ging in seiner Rede zudem auf die Herausforderungen ein, denen sich nicht nur die Landwirte, sondern alle Bewohner des ländlichen Raums stellen müssen.

Die beiden neuen LandKunstStücke konnten mit finanzieller Unterstützung der ZEIT-Stiftung, der Sparkassen Kultur-Stiftung sowie von Hans-Wilhelm Meier realisiert werden.

Den Auftakt des LANDKUNSTSTÜCK-Projekts hatte im Herbst 2017 die „Knolle“ auf Steensens Bauernhof in Cismarfelde gebildet. Die LandKunstStücke entstehen im Auftrag des gleichnamigen Vereins im engen Austausch zwischen Künstlern und Landwirten. Und diese Form der Zusammenarbeit soll weiter gedeihen. „Diese und weitere Skulpturen wollen wir ab 2019 durch eine Radroute miteinander verbinden“, stellt der Vereinsvorsitzende Ekkehard Briese in Aussicht. Die Chancen dafür stehen gut. Im Achterland haben sich bereits verschiedene Partner – allen voran die Gemeinde Grube – gefunden, die das aus touristischer wie landwirtschaftlicher Sicht interessante Projekt ausbauen und fördern wollen. „Wir freuen uns sehr über das Vertrauen unserer Flächengeber. Wenn wir nun die notwendige Unterstützung durch die Kommunen und Sponsoren sowie Spenden erhalten, könnten wir dem OstseeFerienLand neue Zielgruppen bei Kultur- sowie Aktivurlaubern erschließen“, so Briese.

Informationen zum Verein: www.landkunststück.de

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