Abenteuerspielplätze Grömitz - Grömitz

Abenteuerspielplätze Grömitz

Wo Kinder Holzschiffe kapern und alte Seebären Strandkörbe hüten!

Meine Mama sagt immer: „Grömitz ist ein echter Schatz an der Ostseeküste.“ Seitdem frage ich mich, wie dieser Schatz wohl aussieht. Auf jeden Fall sollte viel Schoki und Eis in der Schatztruhe sein, finde ich. Jedenfalls so viel, dass ich noch genug habe, wenn ich mit meinem kleinen Bruder Levin teilen muss.

Dieses Jahr möchte ich den Schatz unbedingt finden. Ich fühle mich alt genug für ein echtes Abenteuer. Schon auf der Autofahrt nach Grömitz kann ich nicht mehr still sitzen. „Mama, wo ist dieser Schatz vergraben?“ Mama und Papa stecken die Köpfe zusammen und tuscheln. Geheimnisvoll drehen sie sich zu Levin und mir um: „Die Legende besagt: Wer auf den Spielplätzen von Grömitz alle drei Piraten-Aufgaben meistert, der kommt in den Besitz des Schatzes.“

Das sollte es sein? Auf Spielplätzen herumturnen? Das hätte ich doch eh gemacht. Ein Kinderspiel für mich, denke ich noch und schlafe ein, bis das Meeresrauschen mich weckt. Wir sind angekommen, beim Ostsee-Schatz. Und morgen würde ich ihn finden. Ganz bestimmt.

Papa sagt, ich sei morgens noch nie so schnell fertig gewesen. Aber warum soll ich die Zeit mit Frühstücken vergeuden, wenn ich meinen Schokoladen-Schatz haben kann? Mein ganzer Körper kribbelt vor Aufregung. Ich ziehe Papa durch die Straßen. Zum Glück trägt Mama Levin Huckepack, ansonsten hätte das wieder alles ewig gedauert. Als wir die Promenade erreichen und das Meer endlich sehen können, halten wir alle einen Moment an. Sogar ich. Ich liebe diesen Moment. Ich liebe das Meer und den Geruch. Aber jetzt möchte ich meinen Schatz finden. Der Spielplatz am Hafen ist jetzt direkt vor uns. Endlich!  Papa sagt, ich müsse den Mast erklimmen und dann das Holz-Schiff durch den Hafen lenken an den vielen anderen Schiffen vorbei, die dort hinten schaukeln. Mama geht in die andere Richtung und möchte sich und Papa einen Kaffee holen. Wie kann sie nur dieses Spektakel verpassen? Und wie kann sie Kaffee mögen? Ich habe noch viele ungelöste Rätsel vor mir, merke ich.

Ich kann nicht länger warten. Mit Levin im Schlepptau erklimme ich den Mast. Gar nicht so einfach. Aber gemeinsam schaffen wir es. Papa sagt, Piraten-Kameraden halten immer zusammen. Ich mag das! Manchmal sind wir wirklich ein gutes Team. Niemand kann uns stoppen: Lia und Levin – die Ostseepiraten. Arr!  

Jetzt ja nicht zu viel Zeit verlieren: Vom Mast aus erobern wir das Schiff Fienchen, pumpen Wasser in das trockene Becken und fragen den etwas verdrehten Piraten nach dem richtigen Weg. Levin steuert uns Richtung Hafen! Wir haben es geschafft. Der Schatz gehört fast uns.

Überglücklich stürme ich zu Mama und Papa und berichte von unserem Sieg auf den Meeren. Beide sitzen Arm und Arm auf einer Bank, mit ihrem Kaffee in der Hand und beobachten die Schiffe im Hafen. Das ist mir eindeutig zu langweilig. Ich renne zurück zu Levin, wir proben das Ganze am besten noch einmal. Damit wir bereit sind für die zweite Aufgabe.

Wilder Wellenritt an der Promenade 

Mama meint, es sei Mittagszeit und dass Piraten-Mägen besonders viel Essen bräuchten. So ganz erschließt sich mir das nicht, aber egal. Meine Pommes sind richtig lecker. Und das Beste: Der nächste Spielplatz ist gleich nebenan. So müssen wir nicht darauf warten, dass Mama und Papa endlich aufgegessen haben. Levin und ich stürzen zum Piraten-Spielplatz Nummer zwei.

Eben im Restaurant hat Papa mir das nächste Rätsel verraten: Wir müssen einen Weg durch die stürmische See finden und dürfen nicht in die tosenden Wellen fallen. Dieser Sturm hat es wirklich in sich. Wir schaukeln uns im Sitzen und Liegen durchs Meer, bekommen einen Drehwurm im Strudel, hangeln uns über wackelige Seile und rutschen schließlich in die Freiheit. Wie aufregend! Ich dachte, es wären erst fünf Minuten vergangen, aber plötzlich stehen Mama und Papa an der Promenade. Also müssen schon Stunden vergangen sein, wenn beide bereits das Essen und ihren Kaffee danach hatten. Ich spreche aus Erfahrung. Aber das passt mir gut: Die dritte und letzte Piraten-Aufgabe wartet schon auf uns.

Piraten-Parcours am Strandhaus

Den nächsten Spielplatz kenne ich in- und auswendig. Ein Heimspiel sozusagen. Wir fahren jedes Jahr nach Grömitz – seitdem ich denken kann. In dem Strandhaus an der Promenade war ich schon, als ich nur krabbeln konnte. Das erzählt Mama zumindest immer. Ich kann mich nicht daran erinnern, aber das ist ja auch schon lange her.  Ich weiß nur: Die haben hier ziemlich viele tolle Spielzeuge. Drinnen und draußen! Sogar für meinen großen Cousin Tim gibt es hier Spielsachen. Wenn wir hier sind, spielt er meistens Kicker oder irgendetwas am Fernseher in dem Bereich für die Großen. Er meint immer, ich sei zu klein dafür. Aber einmal durfte ich mit rein. Ehrlich gesagt, fand ich es aber gar nicht so toll. Der Spielplatz draußen ist mir viel lieber. Vom Schiff aus kann ich das schöne glitzernde Meer sehen.

Genau da hin soll es auch laut Papa und der dritten Piraten-Aufgabe gehen: ein Piraten-Parcours bis zum Schiff. Das wäre doch gelacht, wenn Levin und ich das nicht schaffen würden. Der Schatz gehört so gut wie uns. Wagemutig balancieren wir über wacklige Taue, ziehen uns an Seilen hoch und reiten sogar auf Robben, um an unser Ziel zu gelangen. Geschafft! Aufgeregt stürmen wir zu Mama und Papa an den Strandkorb, die es sich dort mal wieder gemütlich gemacht haben. Wie können sie da so friedlich in der Sonne liegen, während wir uns den größten Piraten-Schatz aller Zeiten erspielt haben? Unglaublich.

Mama hat Recht: Grömitz ist ein echter Schatz.

Als ich Papa in den Bauch piekse, schnappt er mich und rennt mit mir auf dem Arm durch den Sand zu den blauen Hängematten. Wild schaukelnd und aneinander gekuschelt verrät er mir, was sich in dem sagenumwogenden Schatz von Grömitz befindet: unendlich viele Kugeln Schoko-Eis. Ich hab’s geahnt: Diese Schatzsuche hat sich so was von gelohnt.

Für heute reichen mir zwei Kugeln und Levin bekommt natürlich auch was ab. Es sind ja schließlich unendlich viele Kugeln drin in der Schatztruhe.